Geschichte

1939

Karl Meier, schon 1939 Konstrukteur bei VW

Karl Meier
"Wir bestätigen die mit Ihnen geführten Verhandlungen, nach denen wir bereit sind, Sie als Konstrukteur für Innenausstattung mit einem monatlichen Gehalt von RM 430.- brutto und einer Probezeit von drei Monaten per 1. März 1939 einzustellen." Dieses Schriftstück erhielt KAMEI-Gründer KArl MEIer am 13. Februar 1939 vom Volkswagenwerk. Von der Pike auf hatte der gebürtige Saarländer das Kfz-Handwerk erlernt und sich bald auf Karosseriebau spezialisiert. Doch dann verlagerte er sein Interesse mehr auf den Bereich des Interieurs und der Falt-Verdecke. Seine Wanderjahre verbrachte er u.a. bei dem Schweizer Autoveredler Gigax und dem renommierten Karosseriebauer Spohn in Ravensburg. 1936 landete er bei Opel, wirkte an der Innenausstattung des ersten Kadett mit und befreite diesen vom letzten Stück Holz. Meier, inzwischen zum Konstrukteur avanciert, gehörte zum Kreis der Auserwählten für die "Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens". Hinter diesem Projekt stand Ferdinand Porsche. Karl wechselte von Rüsselsheim in die Stadt des KdF.-Wagens – heute Wolfsburg – und bekam die VW-Einstellungs-Nummer 12. Neben vielen Verbesserungs-vorschlägen, die im Februar 1945 noch mit Geld, danach mit einer Schachtel Zigaretten belohnt wurden, entwickelte er den legendären Schwimmwagen Typ 166 mit.

1949

Polsterarbeiten

Näherei
Unzufrieden über seine Karriereaussichten unter der neuen Militärführung des Volkswagenwerkes, tat sich der von Ideen sprühende Karl Meier mit Heinrich Schwen zusammen. Schwen, einige Jahre Schulungsleiter bei Volkswagen, baute aus Alt- und Neuteilen Nutzfahrzeuge und sogar ein Coupé auf VW-Basis zusammen. Karl konstruierte und baute fleißig mit. Das Coupé, von dem nur zwei Exemplare gefertigt wurden, erhielt von Meier sogenannte "Körperform-Sitze", die im Prinzip heute noch verwendet werden.
Patent
Auch Rennwagen auf VW-Basis, genannt "Tatzelwurm", Urahn der späteren Formel Vau, entstanden hier – alles in Handarbeit! Als Schwen in der Währungsreform strauchelte und Volkswagen ihn nicht mehr vor der Tür duldete, machte sich Karl Meier in einer Holzbaracke aus dem Schwen-Nachlass selbständig.
Gebrauchsmuster
In dieser "Werkstatt", deren Erstausstattung aus einer Nähmaschine, einigen VW-Sitzgarnituren, Kleinteilen und viel krummen Nägeln bestand, begann Karl mit einem Startkapital von 50-Noch-Reichsmark. Bald vergrößerte eine ausgebrannte Halle den Betrieb, in dem Meier zunächst sämtliche Funktionen vom Firmenchef bis zum Polsterer in Personalunion vereinigt hatte. Schon früh wurden seine Söhne Klaus und Uwe integriert. Klaus musste nach Schulschluss gebrauchte Sitzgestelle streichen. Da das Stoffmuster "Pfeffer und Salz" aufgebraucht werden mussten, wurde es auch für die Schulbekleidung der Söhne zurechtgeschneidert.
Baracke
Da die aufgepäppelten Sitze begehrt waren, kam Meier die Idee, Schonbezüge zu nähen und auch nähen zu lassen. In kurzer Zeit konnten pro Tag 15 Volkswagen von 30 Näherinnen bezogen werden. Meiers Idee fand schnell industrielle Nachahmer, die in größeren Stückzahlen und kostengünstiger fertigten. Die Familie stellte die Nähmaschinen in die Ecke, und Karl tüftelte neue Produkte für das Volkswagen- Interieur aus. Sie waren derart erfolgreich, dass sie teilweise in die Käfer-Serie – Beispiel: Gaspedal statt Rolle - einflossen, oder in der heutigen Automobilproduktion fester Bestandteil sind.

1952

Aus "Schlummerrollen" werden Sicherheits-Kopfstützen

Reklame
1952 war es amtlich: Gründung von KAMEI (KArl MEIer) als Hersteller von sinnvollem Autozubehör, vorerst nur im Interieur-Bereich. Mit seinen Sitzbezügen hatte er begonnen, mit Ablagen aller Art, Kofferraumabdeckungen, Halterungen für Hüte, Stützen für sämtliche Gliedmaßen, verstellbare Sitze (das entsprechende Patent stammt von Meier) und sogar einer Blumenvase samt Halterung machte er Käfer-Innenausstattungs-Furore.
Schlummerkissen
Seine berühmte "Schlummerrolle" stieß auf Kritik. Sie würde die Müdigkeit des Autofahrers fördern, hieß es. Meiers Antwort fiel kurz und bündig aus: "Ein Autofahrer muss es bequem und komfortabel haben, umso entspannter kann er sich auf den Verkehr konzentrieren. Außerdem schützen sie das Genick. Diesen Sicherheitsaspekt verfolgte Meier sofort weiter und bot als erster Hersteller Sicherheits-Kopfstützen an, die heute in jedem Neuwagen der Welt obligatorisch sind.
Kaffehalter
Längst hatte Kamei den Barackenrahmen gesprengt und sich in einer alten Fensterrahmen-Fabrik eingenistet. In diesem "Auto-Ideen-Schmiede", so Karls jüngerer Sohn Uwe, entstanden bis 1978 erstaunliche Produkte, die oftmals Tuning-Geschichte schrieben.

Kopfstützen Fabrik

1953

"Tiefensteuer" von KAMEI: Ur-Spoiler Premiere

Ur-Käfer mit Tiefensteuer
In den letzten Kriegstagen bei Volkswagen war Karl Meier auch mit dem Flugzeugbau in Berührung gekommen, denn im Auftrag von Junkers musste das Werk Tragflächen bauen. Hierbei beschäftigte sich Meier – wenn auch nur am Rande – ein wenig mit dem Thema Aerodynamik. Wie sich später herausstellen sollte, prägten diese Kenntnisse den Erfolg von KAMEI mit. Meier, der sich über die Hecklastigkeit des VW-"Käfers" und das unruhige Fahrverhalten besonders bei Geschwindigkeiten um 100 km/h – damals viel "Holz" – ärgerte, sorgte für Abhilfe. Er konstruierte ein "Tiefensteuer". Dieses aerodynamische Hilfsmittel nennt man heute Spoiler. Um das "Tiefensteuer" zu testen und auch seine Interieur-Auto-Extras ins richtige Licht zu rücken, fuhr Karl Meier zum Genfer Salon 1953. Da ihm die Salon-Portale mangels der fürs Entree nötigen Finanzen verschlossen blieben, deklarierte er kurzerhand einige Quadratmeter am Straßenrand vor dem Salon zu seinem Freigelände. Weil er seine Zeitgenossen nicht von den Vorteilen dieses aus Spannten und Aluhaut gefertigten Gerätes überzeugen konnte, wanderte der Ur-Spoiler vorerst in die "Klamottenkiste". 25 Jahre später waren Spoiler nicht mehr wegzudenken und in höheren Geschwindigkeitsbereichen unerlässlich. Von Anfang an gehörte KAMEI zu den bedeutendsten Spoiler-Herstellern. Warum wohl?!

1955

Fußmatten- und -stützen – alles schon dagewesen

Eisfreie Scheiben
Bereits in den 50er Jahren gehörten Fußmatten für alle Fahrzeugbereiche und Fußstützen für den Kupplungsfuß zum KAMEI-Programm. 1955 bot KAMEI für den "Käfer" die ersten Liegesitze an. Gegen Wetterunbilden – wer besaß schon eine Garage- empfahl Meier eine Schutzhaube fürs Dach und den Fensterbereich des VW. Viel oder sperriges Gepäck, das die Enge des Fahrzeuges nicht aufnehmen konnte, verbannte der Pragmatiker aufs Wagendach.
Fußmatten
Dafür hatte er eigens eine flatterfreie Schutzhülle mit Gepäckträger - den Vorgänger der heutigen Dachbox - konstruiert. Um seine Produkte auf ihre Resonanz beim "Fachpublikum" zu testen, schickte Karl Meier seine Söhne mit Produkt-Infos auf die Parkplätze der VW-Werksangehörigen. Diese Scheiben-wischer-Botschaften verfehlten die erwünschte Wirkung nicht. War dann auch eine entsprechende Nachfrage da, konnte man getrost fertigen.

Liegesitz Gepäckträger

1964

"Avus": Erfolgreichste Lenkradhülle der Welt von KAMEI

Hinter dem Volant kam Karl Meier so manche gute Idee zum Thema "automobiler Komfort". Die Lenkräder der fünfziger und sechziger Jahre, nicht gerade griffig, übertrugen Vibrationen, fühlten sich im Winter nackt und kalt an und ermüdeten die Handmuskeln. Zunächst schaffte KAMEI Abhilfe mit einem plastisch in der Hand liegenden Lenkradschoner aus Porotherm, einem atmungsaktiven Schaumkunstleder. Aus diesen, in sechs Farben erhältlichen Lenkradschonern entstanden die Lenkradhüllen "Avus" und Avus Super". Mit Wickelband und Fädelstäbchen traten diese Lenkradhüllen ihren weltweiten Siegeszug an. Ob Rennfahrer, Rock'n'Roll-Größen oder Filmstars, sie liebten diesen neuen Lenkrad-Komfort mit unzähligen Poren und 972 Löchern für den Luftaustausch genauso wie Taxichauffeure und Alltags-Automobilisten rund um den Globus. Insgesamt wurde dieses auch in den USA, in Großbritannien und auf den Philippinen in Lizenz gefertigte Produkt über 100 Millionen Mal und ist damit mit Abstand die erfolgreichste Lenkradhülle der Welt. Noch heute ist sie Teil des KAMEI-Sortiments und wird ergänzt durch die schwarze lederbeschichtete Lenkradhülle "Route 66". Der richtige "Grip", besonders auf langen Fahrten!

Lenkkomfort Sport Grip Lenkradhülle Avus

1966

Ein Laden in Berlin und ein Werk in Wittlich

In bester City-Lage direkt am Kurfürstendamm eröffnete KAMEI 1966 einen Laden für die Auto-Komfort-Produkte aus eigener Fertigung und weitere Accessoires rund ums Automobil. Dieser frühe Tuning-Shop war seinerzeit eine Attraktion. Um der großen Nachfrage nach der Avus-Lenkradhülle gerecht zu werden, errichtete KAMEI 1971 ein Zweigwerk in Wittlich an der Mosel. Waren in Wolfsburg bereits 130 Arbeitskräfte beschäftigt, kamen jetzt 25 neue Arbeitsplätze hinzu. Außer den Lenkradhüllen wurden in Wittlich in der Folgezeit auch Nackenstützen und die legendären KAMEI Schalensitze produziert. Beim Sitzkomfort hatte Karl Meier einmal mehr Pionierarbeit geleistet. Der Nackenstütze folgte die Sicherheitskopfstütze SK 2000 mit längerem Rückenteil und stufenlosen Verstellmöglichkeiten durch starke Gurtbänder. Im November 1973 wurde sie in Holland an der TNO (Instituut voor Wegtransport-middelen), Delft, ausgiebigen dynamischen Tests unterzogen. Ein entscheidender Beitrag für die Sicherheit von Fahrzeuginsassen. Die Söhne Klaus und Uwe waren inzwischen in die Firmenleitung fest integriert, wobei sich Klaus um die Produktion kümmerte, und Uwe den Vertrieb in die Hand genommen hatte. KAMEI florierte derart, dass die Avus in den USA in Lizenz gefertigt wurde. Bald zierte die Avus sogar Platten-Cover, Beispiel: Donna Summer´s "bad girls". Good News für KAMEI! Bis 1980 stieg der AVUS-Absatz auf 20 Millionen verkaufter Exemplare, ein Hit.

Laden Berlin Werk Wittlich Schalensitz Donna Summer's "bad girls"

1972

Vom Interieur zum Exterieur – Spoiler gehen in Serie

Rund 20 Jahre nach der persönlichen Präsentation des ersten Käfer-Spoilers durch Karl Meier in Genf 1953 führte die Verwendung von aerodynamischen Hilfsmitteln im Motorport auch zu einer Nachfrage für Straßen-Fahrzeuge. Diese kam zunächst aus dem motorsportbegeistertem Freundeskreis, und so wurde ein Kunststoff-Derivat in Serie genommen. 1972 überraschte KAMEI mit einem gelungenen Frontspoiler für den VW Käfer. Bald darauf folgten weitere Modelle, beispielsweise für den Opel Ascona A, den VW Passat und natürlich für den Golf I. Auch wenn man bei den Marken diversifizierte, genoss der VW-Konzern in der KAMEI-Produktpalette stets Priorität. Der Schritt vom Interieur auch zum Exterieur vollzog sich derart vehement, dass KAMEI aus allen Nähten platzte.

Käfer Käfer Zubehör Käfer Spoiler Käfer Zubehör

1975

Keke, Kern und KAMEI

1975 sorgte ein Doppeldecker-Bus in den Fahrerlagern für Aufsehen. Er diente dem Formel-V-1600-Team von Uwe´s Moden, Kern und Kamei als mobiles Hauptquartier. Zu den Fahrern gehörten "Poldi" von Bayern und ein gewisser Keke Rosberg. Der "fliegende" Finne fuhr die Konkurrenz in Grund und Boden, gewann die ONS-Meisterschaft und sicherte sich auch die Castrol-GTX-Trophy. Der Bayern-Prinz hielt KAMEI viele Jahre die Treue, und in Kekes Weltmeister-Jahr 1982 prangten beim Großen Preis von Deutschland auf Helm und Overall ebenfalls die "beschwingten" KAMEI-Schriftzüge. 1982 war wohl die sportlichste KAMEI-Saison. Zu den insgesamt 127 von KAMEI unterstützten Fahrern/Fahr-zeugen gehörten der damalige Senkrechtstarter Stefan Bellof , die Schnitzer-BMW M1 von Hans Stuck und "Poldi" und mehrere Tourenwagen in deutschen Meisterschaften., der Tourenwagen-EM, diversen Ostblock-Meisterschaften und auch auf harten Rallye-Pfaden. Auch am Overall des amerikanischen TV- und Filmstars Kent McCord prangte die KAMEI-Schwinge, denn schließlich waren alle Wagen des Bilstein-Bosch-Rabbit-Cups der USA mit KAMEI-Spoilern ausgerüstet – wie übrigens auch der Schweizer Golf-Cup. Unverwechselbar wie Ende der 70er Jahre der KAMEI-Renn-Golf waren 1983 die von KAMEI und Gilden Kölsch gesponserten Eichberg-Capri. "Capriolen" für KAMEI machten neben den Stammfahrern Helmut Döring und Dieter Gartmann auch Rallye-Weltmeister Ari Vatanen, Klaus Ludwig, Klaus Niedzwiedz, Harald Grohs und beim 24-Stunden-Rennen der unvergessene Manfred Winkelhock zusammen mit Norbert Haug, heute Mercedes-Sportchef. Warum betrieb KAMEI derart aktiv Motorsport: Kaum eine andere Sportart ist Medium für Werbe-Botschaften so gut geeignet, und außerdem wird der Motorsport assoziiert mit Begriffen wie Dynamik, Technik, Sportlichkeit, Jugendlichkeit, Präzision und Zuverlässigkeit. Diese Begriffe passten damals auf KAMEI als einer der führenden Spoiler-Hersteller der Welt. Dass KAMEI auch heute noch – wenngleich in bescheidenerem Umfang – im Motorsport präsent ist, ist also kein Zufall.

Poldi Keke Rosberg Keke Rosberg Motorhaube Renngolf Racing Team Racing Bus

1976

Neues Werk in WOB und zentrale Verwaltung in WI

Dass 1976 die zentrale Verwaltung des expandierenden Unternehmens nach Wiesbaden übersiedelte, lag an der verkehrsgünstigen Lage, besonders hinsichtlich des Frankfurter Flughafens als Tor zur Welt. Schließlich wurden KAMEI-Produkte mittlerweile in 40 Länder exportiert. Aber auch die Produktion orientierte sich am Auftragsvolumen, und so entstand 1977 ein neues KAMEI-Werk im Gewerbegebiet von Wolfsburg-Vorsfelde. Dieser Neubau auf damals noch "grüner Wiese" beherbergte von Anfang an modernste, größtenteils computergesteuerte Fertigungsanlagen. Weil auch in den USA die "Spoileritis" ausgebrochen war, wuchs in North Haven, Connecticut eine KAMEI-Produktionsstätte für die Bedürfnisse des nordamerikanischen Marktes heran. Gut eine Dekade später wurde die US-Fertigung aber wieder eingestellt. Viele KAMEI-Nachrüst-Produkte zum Wohle des Autofahrers flossen in die Serien-Produktion ein. Anatomisch geformte Sitze mit Kopfstützen finden wir heute in jedem Auto: Damit wurde dann auch das Wittlicher Werk – als Erstausrüster viel zu klein – überflüssig.

Kamei Camaro X1 Kamei Transam X1 Transam Spoiler Kamei USA Werk Wolfsburg Mustang Pressebild

1981

Aerodynamik ist stets Trumpf

Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hatte KAMEI sein Front- und Heckspoiler-Programm auf viele Marken ausgedehnt. Alle KAMEI-Spoiler wurden eingehenden Windkanal-Versuchen bei VW – und teilweise auch bei Daimler-Benz – unterzogen. Sportlichkeit und Energie-bewußtsein prägten die Entwicklung. Hatte man bislang den Motorsport nur als Werbeträger benutzt, so wurden 1981 auch Renn-Tourenwagen optimiert. Bei den von KAMEI unterstützten Audi-Coupés konnte der Luftwiderstands-Beiwert um sieben Prozent gesenkt und der Auftrieb an der Vorderachse um 38 Prozent verringert werden. Die gewonnenen Erfahrungen flossen auch in das Straßen-Spoiler-Tuning ein. Dieses Beispiel dokumentiert, wie in jenen Jahren die Serie noch von intensivem Motorsport-Engagement befruchtet wurde.

Windkanal Testreport Windkanal Golf GTI Windtunnel Souvenir Windkanal Camaro Windkanal Golf

1982

X1-Programm findet weltweites Interesse

Früh hatte sich KAMEI auf der IAA in Frankfurt etabliert, den Schritt auf den noblen Genfer Salon wagte man 1982. Das neue X1-Programm, basierend auf Scirocco, Golf und Polo, in Perleffekt-Weiss auf einem weissen Teppich präsentiert, stieß auf große internationale Resonanz. Auch in den Jahren danach fanden die X1-Bausätze für das Audi-Coupé, den 3er-BMW, den Ford Escort und den Opel Kadett großen Anklang. Die Serienfahrzeuge ließen damals noch genügend Nischen für so intensives optisches und aerodynamisches Tuning. Die erste und zweite Golf-Generation waren besonders dankbar für das X1-Programm, das natürlich auch Motoren- und Fahrwerksspezialisten animierte. Für den Senior Karl Meier, der im ersten X1-Jahr seinen 75. Geburtstag feierte, war es eine Freude, denn Spaß am Auto war sein Lebensinhalt.

Spoiler Tuning Frontspoiler Golf romantisch Golf Kollektion Kamei Golf X1

1986

KAMEI-Multicar – Denkanstöße für die Autoindustrie

Ende der achtziger Jahre stellte KAMEI auf Basis des Opel Kadett E Caravan ein vielfach verwandelbares Auto vor: Hardtop-Combi, Pick-up, Lieferwagen und Cabrio in einem Wagen. Heutige SUV sind dagegen einfallslos. Mit diesem Konzept sollte eine ganz neue Käuferschicht angesprochen werden. Rationales, Praktisches und Erschwingliches für Alltag, Beruf, Freizeit und Sport: Diese Komponenten, die KAMEI im Auftrag des Rüsselsheimer Werkes herstellen wollte, gingen nie in Serie. Es fehlte das "OK" vom Marketing. Das Multicar-Konzept offerierte KAMEI bis 1992 in mehreren Varianten verschiedenen Autoherstellern. Stets ging großes Interesse voran, doch letztlich scheiterte es an zu hohen Entwicklungs- und Produktionskosten oder den unüberwindbaren vorbehalten der jeweiligen Marketingstrategen. 1989 hatte KAMEI das deutsch-japanische Gemeinschafts-Projekt VW Taro noch vor Markteinführung in einer Version präsentiert, die auf dem VW-Stand der Hannover-Messe, auf der IAA und dem Caravan-Salon gezeigt wurde. Zuspruch bei Handel und Publikum: Gewaltig! Der geringe Absatz des Basis-Fahrzeuges ließ es jedoch ratsam erscheinen, von größeren Werkzeug-Investitionen Abstand zu nehmen. Tatsache ist, dass Details des Multicar-Konzeptes bis über die Jahrtausendgrenze hinaus da und dort in die Serie einflossen – besonders bei den SUV und SAV der jüngsten Modell-Generationen.

Multicar Multicar VW Taro

1988

Neue Projekte und ein schmerzhafter Verlust

Vorbereitungen für den Genfer Salon 1988, auf dem neben dem Multicar auch ein Passat X1 präsentiert werden sollte: Mitten in diese hektische Phase, in die auch noch die Schnürung des Paketes KAMEI France fiel, entschlief am 28. Januar Karl Meier, der 80jährige Firmengründer. Sein erfolgreiches Schaffen fortzusetzen, war für KAMEI Verpflichtung und Herausforderung zugleich. Im Sport-Marketing-Mix konnte Kurt König mit dem KAMEI-Crew-BMW als bester Privat-Fahrer der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft überzeugen, schließlich rangierten vier der Meister der fünf vorangegangenen Jahre hinter ihm. Das Konzept eines VW-Bus-Executive stieß bei VW auf Neugier. 1990 präsentierte KAMEI auf der Trans 2000, Hannover, die exklusive Sonderausstattung für den damals neuen Caravelle, den KAMEI Club-Van. KAMEI wurde offizieller Ausstatter und bekam den "besten Testfahrer": den VW-Vorstandsvorsitzenden Dr. Carl Hahn. Eine Sonderserie des Audi 80 strahlte KAMEI- Design-Komponenten aus. Kofferraum unlimited Urlaubsgepäck, Sport- und Hobbygeräte in "hässliche Kisten" auf dem Autodach unterzubringen, war für KAMEI nicht akzeptabel. Auf der Automechanika Frankfurt 1988 stellte KAMEI erstmalig eine formschöne, aerodynamische Dachbox - die KAMEI TRAVELLER BOX - vor. Neben der gefälligen, autogerechten und Windkanal-geprüften Formgebung erhöhte sich der Benzinverbrauch nur geringfügig. Heute bietet KAMEI ein großes Sortiment an nutzerfreundlichen Dachboxen in unterschiedlichen Oberflächendesigns an. Dank positiver Testergebnisse in Presse und TV finden KAMEI Dachboxen in vielen Ländern die Anerkennung der Autofahrer.

Kamei Audi 80 Genfer Salon 1988 Kamei VW Club-Van Kamei VW Club-Van Kamei VW Club-Van Interieur Racing BMW

1989

Jahre des Umbruchs

1989 deutet sich ein Wandel im Verbraucher-Verhalten beim optischen Tuning an. Aerodynamisch hatten die Serienfahrzeuge keine Schwachstellen mehr. Spoiler und X1-Bausätze zum Nachrüsten wichen einem neuen Zeitgeist mit verlagerten Wünschen. In den Drang zur Individualisierung mischten sich auch umweltorientiertes Denken und praktische Aspekte, die dem KAMEI-Dachkoffer-Programm so viele Impulse gaben, dass es trotz des Zusammenschlusses von Jetbag und Thule 1991 auch heute noch floriert. Außerdem wurde die Kamei-Automotive GmbH gegründet, um das individuelle Portfolio zu erfüllen Fröhliche Urständ feierten die Avus-Lenkradhüllen in den USA. Mitte 1990 kamen sie unter dem Motto "Go Hollywood" in sechs Popfarben auf den US-Markt und sorgten für eine Reaktivierung dieses traditionellen Umsatzträgers. Turbulent ging es auch in Willy Bogners Film "Fire, Ice & Dynamite" zu, in dem Walter Röhrl den Chef des KAMEI Rallye Teams spielte. Dem Action-Streifen folgte eine Kleinserie von 150 VW Golf "Fire&Ice" mit dem Ausstattungs-Paket "Dynamite by KAMEI". 1992 erfolgte die Konzentration der Produktion auf den Standort Wolfsburg, zusätzliche Handelsprodukte wurden ins Programm aufgenommen, und mit der Space-Box erschien kurz vor Weihnachten ein Produkt, das "Auto-Bild" als vorbildlich beurteilte.

Werksgelände Kamei Golf Cross Country Kamei Rallye Team Kamei Golf

1998

KAMEI-New Beetle und KAMEI-Beetster

Bereits auf der Automechanika 1998 hatte KAMEI unter dem Motto "Tradition mit Zukunft" am Beispiel des New Beetle Car-Styling im Retrodesign demonstriert, nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Beetster, der auf der IAA 1999 und der Essener Motorshow vom Publikum und den Medien regelrecht umringt war. Dieser sportliche, fahrfähige Prototyp eines Fun-Cars mit Überrollbügeln, Anbauteilen aus durchgefärbten DUROKAM, Lederschalensitzen und spiegelglanz-veredelten BBS-Alurädern, erfuhr noch eine Steigerungsform. Dass der Fahrspaß auch mit diesem aus Mexiko stammenden VW bei KAMEI keine Grenzen kennt, zeigte man 2001 in Essen mit dem Beetster II. Dieser zweisitzige Roadster besitzt eine neuartige, von der Dekra statisch und dynamisch getestete seitliche Bügelkonstruktion, die gleichzeitig als Schienen für die Persenning dient. Ein "feuerrotes Spielmobil" zum Verlieben, wie so manchen weiblichen Kommentaren zu entnehmen war!

1999

Produktvielfalt & Diversifizierung

Sportgrills und Scheinwerferblenden waren bereits 1999 Renner im KAMEI-Programm. Bis 2003 steigerte sich das Angebot von 29 Typen Sportgrills auf 36, und das Blenden-Sortiment wuchs von 71 Typen auf 92. Nicht minder beliebt sind Heckscheiben- und Auspuff-Blenden. Heckflügel mit integrierter Bremsleuchte für Stufenheck-Fahrzeuge – KAMEI offeriert diese für 30 Automarken – sind wieder im Kommen. Nur die großen Frontspoiler mussten dezenteren Lösungen wie kleinen Front-Flaps und Spoiler-Ecken weichen. Griffmuscheln, Decor-Leisten und Spiegelkappen sind ebenso gefragt wie individuelle Schaltknäufe. Auto-Extras aller Art, vom Windschott für Cabrios über Sitzkissen, Mittelkonsolen, Türschalen gehören traditionell zu KAMEI. Dazu kommt noch der Vertrieb des umfangreichen Innenraum-Programms von Fischer. Kleine Reminiszenz an den Ur-Käfer Karl Meiers: Die Auto-Blumenvase, jetzt aus bruchfestem Acrylglas. Die Rose ist Bestandteil des Lieferumfangs. Das Dachboxen-Programm mit Dachträger-Systemen und Fahrradhaltern wird ergänzt von Maßtaschen-Sets, Skihalter-Einsätzen und Wandhalterungen für die Garage. KAMEI Automotive steht für Kleinserien und Sonderanfertigungen wie Stauboxen für Nutzfahrzeuge, Transport-, Produktions- und Aufbewahrungshilfen, Werkstückträger sowie Zusatzausstattungen für Notarztwagen und Polizeifahrzeuge. Durchdacht bis in kleinste Details wie Pistolentaschen oder Gasflaschenbehälter ist auch der Dachaufsatz für Blaulicht-Blitzbalken. Nicht für die Automobilindustrie, aber gefragt von Kommunen und Wasserwerken sind die stabilen Hydrantenkappen-Einsätze von KAMEI.

Auto-Blumenvase Polizei Schweinwerferblende

2004

Die Rückkehr nach Wolfsburg und ein Generationssprung

Die Bedeutung des Standortes Wolfsburg unterstreicht die Tatsache, dass ab 2004 auch die Zentrale Verwaltung des Unternehmens, die von 1976 bis zum 2003 in Wiesbaden residiert hatte, wieder in der Auto-Stadt arbeitet. Vom einstigen "Zonengrenz-Randgebiet" war Wolfsburg nach der Wiedervereinigung in die Mitte Deutschlands gerückt: Anbindung an die Ost-West-Achse A2 und das ICE-Netz. Der Standort des größten Automobilwerkes Europas und des KAMEI-Werkes gewinnt zunehmend an Attraktivität. KAMEI zog daraus die logische Konsequenz, alle Aktivitäten in "WOB" zu bündeln. Im Marketing war 2003 zudem ein Generationssprung zu verzeichnen: Mitgesellschafter Uwe Meier-Andrae übergab diesen Aufgaben-Bereich dem ältesten Sohn Marian. Mit Mercedes-Benz konnte der älteste Fahrzeughersteller der Welt als Kunde für das Haus gewonnen werden: Seit 2004 ergänzt KAMEI das Original-Zubehör-Programm der Stuttgarter mit einer exklusiven Dachboxenlinie im Mercedes-Benz-Design. Die dritte Generation der Firmenleitung, Thomas Meier und Marian Meier-Andrae, gewichtet zwar Tradition und Innovation gleichermaßen, gibt sich aber generell äußerst zukunftsorientiert. Die Strategie für die kommenden Jahre heißt: Fortführung des erfolgreichen Car Styling- und Komfort-Programms und eine besondere Gewichtung auf innovative und stilsichere Transportlösungen für Autofahrer.

Dachbox Hbf Wolfsburg

2010

KAMEI automotive - 20 Jahre erfolgreiche Produktentwicklung

Die Kamei-Erfolgsgeschichte schreibt neue Kapitel: KAMEI automotive wird als Tochter der KAMEI GmbH Co. KG eigenständig geführt. Als Spezialist für Spezial- und Komplettlösungen realisiert KAMEI automotive Produktideen nach höchsten Ansprüchen. 4 Gründe für Kamei: Qualität, Effizienz, Umweltrelevanz und Sicherheit der Produkte werden durch optimale Entwicklungs- und Produktionsprozesse gesichert. Schneller, besser ... Erster! Eigene Spezialisten mit langjähriger Erfahrung konzipieren und entwickeln Ideen, Lösungen und Produkte. Die eigene CAD-CAM – Entwicklung, der eigene Modell- und Werkzeugbau sowie die optimale Fertigungs- und Prozesstechnik machen KAMEI automotive zu einem kompetenten und vertrauensvollen Partner für die Industrie, Fahrzeughersteller und Fahrzeugaufbauer. Seit 2006 leitet Dirk Schulze als Bereichsleiter das über 20 Jahre bestehende Unternehmen.

Bereichsleiter, Prokurist Beste Qualität Direkter Weg zur Lösung Optimale Prozess(e)Sicherheit Höchste Effizienz und Umweltkompetenz

2014

25 Jahre Erfolg mit Blick in die Zukunft

Gewachsen in 25 Jahren haben wir uns den Ruf als Spezialist für Spezial- und Komplettlösungen erarbeitet. KAMEI automotive realisiert Produktideen nach besten Ansprüchen des Kunden. Effizienz, Umweltrelevanz und Sicherheit der Produkte werden durch optimale Entwicklungs- und Produktionsprozesse gesichert.

Eigene Spezialisten mit langjähriger Erfahrung, Ideen konzipieren, Lösungen und Produkte entwickeln.

Die eigene CAD-CAM – Entwicklung.
Der eigene Modell- und Werkzeugbau.
Die optimale Fertigungs- und Prozesstechnik, machen KAMEI automotive zu einem kompetenten und vertrauensvollen Partner für die Industrie, Automobilhersteller und Fahrzeugaufbauer.

Die KAMEI Automotive GmbH investiert stetig in neue Technologien. Erste CFK – Bauteile, z.B. Spiegelkappen, Splitter oder die Motorhaube aus CFK weisen schon heute in die Zukunft. Pfiffige Ideen und Fleiß sind das beste Betriebskapital.

1989 1992 1996 1999 2005 2009 2012 2013 2014

2016

KAMEI - mehr als automotive

Als Werkstoffhersteller und Lieferant für robuste und langlebige Ausstattungen und Spezialist für Komplettlösungen aus Kunststoff und Holz stehen wir für die gemeinsame Entwicklung innovativer Anwendungslösungen.
Komplett-Lösung heißt: – vom Rohstoff, der Produktion einer gemeinsam definierten Materialqualität über die Applikation des fertigen Produktes bis hin zur Just-in-Time-Bereitstellung des kundenspezifisch gefertigten Produktes – wir sind für Sie da!

Das Qualitätsmanagementsystem ist DIN EN ISO 9001:2015.

Unsere Expertise bietet Ihnen die einzelnen Parameter frei zu kombinieren. Das bedeutet: Individualisierte Komplettlösungen aus einer Hand!

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